GMK-Vorsitz: NKG fordert entschlossenes Handeln für die Krankenhäuser
Hannover, 22.01.2026
Mit der Übernahme des Vorsitzes der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) durch das Land Niedersachsen verbindet die Niedersächsische Krankenhausgesellschaft (NKG) klare Erwartungen an politische Impulse für die stationäre Versorgung. Angesichts der weiterhin angespannten Lage der Kliniken bekräftigt die NKG ihre Forderungen nach einer finanziellen Stabilisierung, praxistauglichen Nachbesserungen an der Krankenhausreform, konsequentem Bürokratieabbau sowie einem wirksamen Schutz des Klinikpersonals vor Gewalt.
Mit dem GMK-Motto „sicher.versorgt.überall.“ greift Niedersachsen die strukturellen Herausforderungen des Gesundheitswesens mit dem Ziel der langfristigen Sicherstellung einer bedarfsgerechten Versorgung auf. Aus Sicht der NKG ist dafür eine stabile wirtschaftliche Grundlage der Krankenhäuser unverzichtbar. Der im Januar 2026 veröffentlichte NKG-Indikator zeigt jedoch, dass der Großteil der niedersächsischen Kliniken unter erheblichen finanziellen Belastungen leidet. Steigende Kosten, unzureichende Refinanzierung und strukturelle Unsicherheiten gefährden zunehmend die Versorgungssicherheit.
„Die Übernahme des GMK-Vorsitzes ist eine große Chance, die drängenden Probleme der Krankenhausversorgung mit Nachdruck anzugehen. Unsere Kliniken brauchen jetzt kurzfristige wirtschaftliche Entlastung und verlässliche Perspektiven“, erklärt Rainer Rempe, Vorstandsvorsitzender der NKG. „Niedersachsen kann und muss diese Themen gemeinsam mit den Ländern auf die bundespolitische Agenda setzen.“
Besonderen Handlungsbedarf sieht die NKG auch bei der Krankenhausreform. Das Krankenhausreformanpassungsgesetz (KHAG) bedarf praxisnaher Nachbesserungen, um Fehlanreize zu vermeiden und eine hochwertige, flächendeckende Versorgung sicherzustellen. Zugleich fordert die NKG eine spürbare Entbürokratisierung, damit medizinisches und pflegerisches Personal wieder mehr Zeit für Patientinnen und Patienten hat. Auch der Schutz der Beschäftigten gewinnt an Bedeutung. Die Zahl der Übergriffe und Gewalttaten gegen Klinikpersonal steigt und beeinträchtigt die Arbeitsbedingungen spürbar.
Zudem unterstreicht die NKG die zentrale Rolle der Krankenhäuser für die Resilienz und Krisenfestigkeit des Gesundheitswesens. Eine verlässliche stationäre Versorgung ist ein wesentlicher Bestandteil des Krisen- und Katastrophenmanagements sowie der zivilen Verteidigung. Dafür sind stabile Finanzierungsstrukturen, ausreichendes Personal und praxistaugliche Vorgaben zur Krisenvorsorge erforderlich.
„Niedersachsens Gesundheitsminister Dr. Andreas Philippi hat sich in der Vergangenheit klar für die Belange der Krankenhäuser und ihrer Mitarbeitenden eingesetzt. Mit dem Vorsitz der GMK besteht die Chance, dass er diese Linie fortsetzt und bundesweit vorantreibt“, betont NKG-Verbandsdirektor Helge Engelke. „Die Krankenhäuser brauchen konkrete Verbesserungen bei Finanzierung, Strukturvorgaben, Bürokratieabbau und beim Schutz ihres Personals.“
Der GMK-Vorsitz Niedersachsens eröffnet aus Sicht der NKG die Möglichkeit, tragfähige Lösungen für eine zukunftssichere Krankenhausversorgung im Interesse der Patientinnen und Patienten sowie der Beschäftigten zu entwickeln.
